Weißwasser Geschichten

„Soziokulturelle Räume sind ein Schutzraum für Menschen demokratischen Handelns“

Juliette Holtz hat mit Patrick Pirl, Mitarbeiter des Trägervereins des soziokulturellen Zentrums TELUX, sowie mit Franziska Stölzel, Sozialwissenschaftlerin am RIFS in Potsdam, über die Bedeutung kultureller Einrichtungen und Jugendarbeit in Weißwasser gesprochen.

Juliette Holtz studiert im Masterstudiengang Politikwissenschaft an der Universität Greifswald und begeistert sich für Journalismus – mit besonderem Fokus auf Lokal- und Kulturjournalismus sowie Podcasts. Dieser Beitrag wurde im Jahr 2025 produziert.

Juliette Holtz: Die Stadt Weißwasser liegt im Nordosten Sachsens, in der Oberlausitz. Die Stadt war einst einer der bedeutendsten Standorte der europäischen Glasindustrie, in der von robusten Fensterscheiben bis hin zu edlen Kristallgläsern alles hergestellt wurde. Heute ist dieses industrielle Erbe noch spürbar. Gleichzeitig prägt ein tiefgreifender Strukturwandel die Stadt. In den vergangenen 25 Jahren hat Weißwasser über die Hälfte seiner Einwohner verloren. Ganze Wohngebiete wurden zurückgebaut, manche Flächen wieder in Wälder umgewandelt. Dieser Podcast entsteht im Rahmen des VOICES-Projekts. Ich bin Juliette, Studentin an der Universität Greifswald und spreche mit Akteurinnen und Akteuren aus Weißwasser über Vergangenheit, Wandel und Perspektiven der Stadt. Was bedeutet es, wenn eine Region im Wandel ist? Welche Orte geben Halt und schaffen neue Perspektiven? Darüber spreche ich zuerst mit Patrick Pirl vom Soziokulturellen Zentrum „TELUX.“ Er stellt sich gleich selbst vor.

Patrick Pirl: Mein Name ist Patrick Pirl. Ich bin Mitarbeiter im „mobile Jugendarbeit und Soziokultur e.V.“, das ist der Trägerverein des Soziokulturellen Zentrums TELUX hier in Weißwasser. Ich bin in der Lausitz groß geworden, in Bad Muskau. Das sind so zwei Orte weiter und habe dort meinen Schulabschluss gemacht, Zivildienst hier in der Gegend geleistet und bin dann zum Studium gegangen. Nicht allzu weit weg, ich war erst an der BTU Cottbus, habe dort einen Bachelor abgeschlossen, bin dann zum Master nach Dresden gegangen, habe dort noch ein paar Jahre gelebt und gearbeitet. Aber es hat mich dann doch irgendwann spürbar wieder zurückgezogen, also raus aus der Stadt vor allen Dingen, raus aus Dresden und hin zu viel Wald, Grün, Seen, kargere Landschaft, weniger Leute. Und seit 2019 bin ich hier im SKZ TELUX im Bereich Kultur und Veranstaltung. Und das ist etwas, was mich sehr erfüllt, was mir sehr viel Spaß macht. Einfach auch, weil man merkt, was für Bedarf tatsächlich an Kulturangeboten, Veranstaltungsangeboten, Mitwirkungsangeboten hier in der Gegend auch besteht und da bringe ich mich sehr gerne mit ein.

Juliette Holtz: Das TELUX befindet sich in einem ehemaligen Glaswerksgebäude. Gibt es da für Sie eine Verbindung? Gibt es ein Gefühl an diesem Ort zu arbeiten, der früher durch die Glasindustrie und damit eng mit der Identität Weißwassers verbunden war?

Patrick Pirl: Das ist tatsächlich eine Verbindung, die eher erst durch das Wirken und den Beruf hier zustande gekommen ist. Ich bin, wie gesagt, in Bad Muskau groß geworden und da ist, sage ich mal, die emotionale Anbindung an verschiedene Orte aus der Jugend ein Stück weit stärker als hier in Weißwasser. Ich bin hier zwar zur Schule gegangen, aber so die richtige emotionale Verbindung besteht dann halt eben in meinem Heimatort. Aber nichtsdestotrotz gibt es auch hier verschiedene Anknüpfungspunkte. Zum Beispiel hat mein Vater hier auf dem Gelände mal für ein paar Jahre gearbeitet. Wir haben hier, auch bevor das SKZ TELUX hier ansässig war, schon an Veranstaltungen teilgenommen und Veranstaltungen hier auf dem Gelände besucht. Als Glas produzierendes Unternehmen ist schon seit Anfang der 90er ein spürbarer Rückgang zu verzeichnen gewesen. Und viele Gebäudeteile standen halt über lange Jahre leer und wurden teilweise dann auch temporär genutzt. Beispielsweise wurde hier eine Wanderveranstaltung, die immer zur Weihnachtszeit über die Jahre von unserem Trägerverein in der Stadt umgesetzt wurde. Das hieß damals „Crossing Christmas“, mittlerweile heißt es „Christmas City“ und war beispielsweise hier auch zu zwei Ausführungen auf dem Gelände. Und als ich damals mit meiner Partnerin zurück in die Lausitz gekommen bin, das war 2017, ist dann hier auch das Projekt SKZ TELUX an den Start gegangen, ich glaube im September oder Oktober 2017 war es. Und da war das für uns als Rückkehrer und Heimkehrer auch noch ein ganz wichtiger Anknüpfungspunkt. Eine große Sorge, die wir hatten, als wir aus Dresden, aus der Stadt, weggegangen sind, war, dass wir hier in unsere alte Heimat kommen und wir wussten ja, dass auch vieles den Bach runtergegangen ist, viele Jugendclubs, wo wir früher waren. Die gab es nicht mehr. Und da hat es einfach gut getan herzukommen zu wissen, hier gibt es einen Ort, wo Kultur stattfindet, wo man sicherlich auch auf Leute trifft, die gleichgesinnt sind oder die ähnliche Interessen haben. Und so hat sich das dadurch eigentlich durch unsere Rückkehr auch nochmal zu einem spannenden Ort entwickelt. Und wie ich dann 2019 dem Verein als Mitarbeiter quasi mit in das Projekt reingekommen bin, war das dann irgendwie nochmal spannend, aus einer anderen Perspektive zu sehen. Denn ich habe dadurch viel über diesen Ort gelernt, viel über diese frühere Glasfabrik, wie wichtig und identitätsstiftend das für die Menschen hier war. Also wir haben hier, glaube ich, 2000, 3000 Menschen in verschiedenen Gewerken in Lohn und Brot gehabt, insbesondere vor der Wendezeit. Und man hat dann eben gemerkt, dass Menschen, die hier früher gearbeitet haben und wieder zu einer anderen Gelegenheit, einer Veranstaltung oder so, wieder in die TELUX kommen, wieder so ein lachendes und weinendes Auge dabei haben. Immer natürlich so diese nostalgischen Gefühle, die da entstehen, dass hier ein großer, gewichtiger Teil der Arbeitsbiografie verrichtet wurde. Und da hängt man natürlich so ein bisschen mit dem Herzen hinterher. Aber auf der anderen Seite sind die Leute sehr dankbar und spiegeln das dann halt auch wieder zurück, zu sehen, dass diese – für sie – wichtigen Gebäudeteile nicht mehr nur dem Verfall anheimgestellt sind, sondern eben auch mit neuem Leben gefüllt sind. Und dass es irgendwie revitalisiert wird und wieder was passiert hier. Und das ist den Leuten schon wichtig und das war für mich auch nochmal sehr spannend zu sehen.

Juliette Holtz: Was würden Sie sagen, wie ist das heute? Also warum bleiben Jugendliche heute noch in Weißwasser und warum gehen sie vielleicht eher?

Patrick Pirl: Ich glaube, der Wegzugsdrang ist relativ groß nach wie vor. Wir haben hier über die Gymnasialstufe hinausgehend keine höheren Bildungsmöglichkeiten. Also Hochschulen etc. sind die nächsten in Görlitz und in Cottbus. Also Menschen, die sich nach dem Abitur dazu entscheiden möchten, doch nochmal sich da mit einem Studium auseinanderzusetzen, gehen in der Regel zu einem großen prozentualen Anteil weg. An Ausbildungsberufen haben wir noch relativ starke Arbeitgeber, also in Form der LEAG, der Gesellschaft, oder ein größeres Glas produzierendes Unternehmen mit Stölzle, da werden schon auch gute Arbeitsplätze geboten. Und ich glaube, das ist dann halt oft schon so ein bisschen dieser Themabezug, den jungen Menschen haben, die sie dann doch dazu anregen, hier zu bleiben. Aber ich würde doch sagen, dass ein sehr großer Anteil, ich schätze mal so Pi mal Daumen 70 bis 80% für Studium und Ausbildung nochmal weggeht. Aber dafür ist es umso wichtiger, dass es Angebote wie Kulturhäuser gibt. Also das habe ich eben auch am eigenen Leib erfahren, was für eine Bedeutung das haben kann, dass man Orte hat, in denen man seine kulturellen Bedürfnisse oder Interessen befriedigt bekommt und wo man auch selber mitmachen kann, dass halt da ein sehr starkes Potenzial drin liegt, so eine Art Selbstwirksamkeitserfahrung für denjenigen, der das wahrnimmt, zu erzeugen und eben auch ein Stück weit Identifikation mit diesem Ort, dieser Erfahrung halt prägt und dadurch halt diese Erfahrung für den weiteren Werdegang mitgetragen wird und dann eher auch nochmal die Bereitschaft ist, wieder zurückzukommen oder eben auch nicht zu gehen. Also solche Orte sind, glaube ich, dafür extrem wichtig.

Juliette Holtz: Welche Angebote, würden Sie sagen, kommen bei Jugendlichen besonders gut an? Was fehlt oder was braucht es noch?

Patrick Pirl: Also was klassisch gut und breit angenommen wird, sind halt einfach niederschwellige Partyformate tatsächlich. Also einfach einen DJ hinstellen und ein Motto kreieren und dann ist, glaube ich, so eines der großen Bedürfnisse aus dem Alltag raus und in so eine Art Erlebnisfeierkultur zu gehen, dass da reichen wenig Mittel oft schon für viel Wirkung, sage ich mal. Andere Formate, die mir zum Beispiel früher wichtig waren, Livemusik, das hat sehr stark abgenommen, nach meinem Gefühl. Zumindest hier. Da ist die Rückfrage dann doch relativ gering. Auch so, sich mit Musik auseinanderzusetzen, selbst Musik zu machen, ist dann halt doch eher eine Minderheit an jungen Leuten. Aber auch die sollen trotzdem adressiert werden. Auch in anderen Formaten, beispielsweise Poesie, Literatur, sich mit eigenen Texten auseinandersetzen, sind wir zum Beispiel Träger für ein Projekt mit Jessy James LaFleur, die hat die „Spoken-Wort-Akademie“ ins Leben gerufen und arbeitet gezielt mit jungen Menschen in der Lausitz, um sie dazu zu befähigen oder zu ermutigen, ihre eigene Stimme zu finden und die in Wort und Text zu gießen. Also unser Verein, zum Verständnis, besteht ja aus zwei Säulen: Wir haben eben, wie der Name „Mobile Jugendarbeit und Soziokultur e.V.“ sagt, einmal die Jugendarbeit auf der einen Seite und Soziokultur ist dann eben die andere Seite. Und in der Jugendarbeit haben wir eben auch Kolleginnen und Kollegen hier im Team, die mit verschiedenen Zielgruppen, verschiedenen Jugendlichen zusammenarbeiten und da eben auch in der Lage sind, Interessenslagen aufzugreifen und diese dann in Projekte umzusetzen. Beispielsweise haben wir hier einen Raum geschaffen, wo Jugendliche, die gerne Skaten, sich ihre Rampen selber bauen können. Das greift dann über in einen anderen Bereich von uns. So ein Maker-Space-Bereich, wo wir 3D-Druck und CNC-Fräse und sowas haben, da können die das halt unmittelbar gleich ausprobieren und anwenden, was sie sich halt ausdenken und aufbauen. Und das ist, glaube ich, ein ganz wichtiges Wirkungsprinzip, egal an welchen Themen oder Inhalten man unterwegs ist, dass man halt diese Bedarfe aufgreift, und dann Möglichkeiten und Wege schafft, dass diese Bedarfe selbst umgesetzt werden können, um sie dann am Ende genießen zu können, die Früchte ihrer Arbeit. Und das ist ein wichtiger Hebelpunkt, denke ich.

Juliette Holtz: Würden Sie sagen, dass bei jüngeren Menschen überhaupt, die Glasgeschichte der Stadt noch eine Rolle spielt, weil sie diese Zeit ja nicht selbst erlebt haben? Oder ist das dann eher so, dass man Geschichten von den Eltern oder Großeltern mitbekommt, aber es fürs eigene Leben eigentlich gar nicht so präsent ist?

Patrick Pirl: Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass diese Bedeutsamkeit nicht mehr wirklich gegeben ist. Wir merken das auch im öffentlichen Diskurs in der Stadt. Die Stadt versucht ja nach wie vor das Label „Glasmacherstadt“ immer groß zu halten. Etwas, was wir natürlich auch probieren, weil wir halt tatsächlich auf diesem historischen, wichtigen Gelände der Stadt unterwegs sind und eben auch viele Menschen aus der früheren Glasindustrie herkommen. Aber ich habe das Gefühl, dass dieses Thema bei jungen Menschen nicht mehr so verfängt. Du hast den großen Arbeitgeber, den ich hier beschrieben habe, mit Stölzle, der natürlich auch bewegt ist, Nachwuchs zu erzeugen. Aber beispielsweise Institutionen wie Glasmuseum müssen tatsächlich gucken, dass sie junge Leute dafür interessieren und junge Leute nachrücken, um das Erbe tatsächlich auch zu bewahren. Und da sind schon recht große Lücken und Schwierigkeiten, finde ich. Also da nimmt einfach das Verständnis dafür Stück für Stück mit jeder Generation wahrscheinlich ab.

Juliette Holtz: Was ich auch immer gehört habe im Zuge der Recherche, ist natürlich, wie es weitergeht mit Zukunft und Finanzierung des TELUX ganz konkret?

Patrick Pirl: Mit der Zusicherung, dass wir bis 2026 erstmal safe sind, konnten wir dann erstmal gut arbeiten. Wir hatten in diesem Jahr, also Ende November letzten Jahres ging es, glaube ich, los, dass auf Stadtratsebene verschiedene Hebel benutzt wurden, um Finanzierungsfragen unter anderem für uns in Frage zu stellen. Und das hat sich in diesem Jahr bis zum Stadtrat Ende Juni gezogen. Und da haben wir tatsächlich gemerkt, wie kräftezehrend das tatsächlich ist. Wir haben neben den Dingen, die im Zuge von solchen Fragestellungen und solchen Auseinandersetzungen auch kaum noch andere und unsere alltägliche Arbeit da zu tun. Wir sind über den „Kulturraum Oberlausitz“ institutionell gefördert und müssen dementsprechend halt auch mehr Leistungen bringen, die in dem Aufstellen von einem breiten Portfolio an Veranstaltungen und Partizipationsformaten besteht. Nebenbei sich noch mit den ganzen Themen aus dem Stadtrat auseinanderzusetzen, die Öffentlichkeit zu bespielen, strategisch, taktisch vorzugehen, war einfach wirklich eine sehr kräftezehrende Zeit, weil irgendwie jeder Bereich, sowohl hier auf Arbeitsebene als auch in der Freizeit, davon bestimmt war, sich darüber Gedanken machen zu müssen. Also man konnte wenig abschalten und am Ende war natürlich immer noch die Unsicherheit gegeben, ob das Ganze durchgewunken wird, ob wir Sicherheit haben werden oder eben nicht und das Projekt beendet werden muss. Als dann Ende Juni klar war, dass wir für dieses und nächstes Jahr gesichert sind, war das halt erstmal ein großer Stein, der da vom Herzen gefallen ist und hat uns auf jeden Fall wieder so ein Stück weit, ich sag mal, emotional stabilisiert, dass man wirklich sich wieder auf die relevanten Dinge seines Berufs, also der Tätigkeit, die man eigentlich machen möchte und die man auch gerne macht für Stadt und Region und Menschen hier, sich darauf wieder fokussieren konnte. Aber so langsam, aber sicher wirft dann die Fragestellung, die nächstes Jahr wieder aufgegriffen werden wird, ihre Schatten voraus und wir gucken, was wir tun können, um der Stadt noch ein Stück weiter entgegenkommen zu können. Also zu sagen, wir nehmen noch in irgendeiner Art und Weise die Aufgaben wahr, die die Stadt irgendwie in ihrer klammen Kassenlage, die ja immer als Argument hervorgebracht wurde, warum man an den Mitteln für uns sparen möchte, um sie da ein bisschen zu unterstützen oder halt einfach auch das Argument, das von der Gegenseite vorgebracht wird, ein Stück weit zu entschärfen. Und da hoffen wir, dass wir dann nächstes Jahr dadurch halt eine bessere Ausgangslage haben werden und sind guter Dinge und wie immer optimistisch, dass es nächstes Jahr dann auch für 2027 eine gute Einigung geben wird, die uns die Weiterarbeit ermöglichen wird. Ich wünsche mir da einfach auch eine gewisse Weitsicht und eine Einsicht, wie bedeutsam solche Projekte sind. Wenn man am eigenen Leibe schon gemerkt hat, in der Biografie, wie wichtig solche Orte sind, um überhaupt Verbleib, Rückkehrchancen, wie auch immer, zu erzeugen, dann sind solche Orte einfach ungemein wichtig. Und das ist zumindest im Bezug, glaube ich, auf junge Menschen festzustellen, aber auf der zweiten Seite auch für die Menschen, die hiergeblieben sind oder vielleicht auch herkommen wollen, einfach auch einen Ort zu schaffen, der eine gewisse Lebensqualität bietet. Also wir reden davon, dass wir Schwierigkeiten haben, Ärzte in den Landkreis zu bekommen, gut ausgebildete Fachkräfte, und wenn dann nicht auch auf kultureller, also auf einer Ebene, was sicherlich ein weicher Faktor ist und vielleicht nicht so ganz handfest mit irgendwie finanziellen Zahlen zu unterlegen ist, aber trotzdem ein wichtiger Faktor ist, dann sollte das halt auch in Rechnung gestellt werden und mit einer entsprechenden Unterstützung versehen werden. Dies und das gibt es, das und das ist möglich. Das ist, glaube ich, sehr wichtig. Und da auch immer aus meiner eigenen Berufsperspektive gesprochen: Für mich war tatsächlich schon immer so ein bisschen auch ein Traum, im Kultur- und Veranstaltungsbereich zu arbeiten. Ich bin eigentlich von Haus, das haue ich jetzt einfach mal so raus, das ist eigentlich gar nicht so etwas, was ich gerne nach außen gebe, bin eigentlich studierter BWLer, habe also Betriebswirtschaft studiert und das war aber immer so eine sehr pragmatische Überlegung, das zu machen. Es wurde kein NC benötigt. Und ich wusste nicht so richtig, was ich machen soll. Es ist irgendwas Universelles. Und so bin ich halt dort hingekommen. Mit dem Ende meines Studiums war aber dann schon nochmal die Frage ganz aktuell, was willst du denn eigentlich wirklich machen? Die Dinge, die ich neben des Studiums durch Hilfskraftjobs, Hiwi-Jobs, ausprobieren konnte, waren wirklich gar nicht so meins und als ich mich das dann wirklich mal gefragt habe, bin ich in mich gegangen und dann war es tatsächlich das Thema Kultur und Veranstaltungen. Und erst mit der Rückkehr in die Lausitz hat sich das dann halt irgendwie konkretisiert. Irgendwie ist man, wenn man selbst Lust hatte, was zu machen oder eine Vorstellung von sich einbringen wollen oder Ideen hatte, schnell an Menschen gekommen, die einen weitervermittelt haben oder die gesagt haben: Hey, ich habe hier einen Job und das führte dann so fast halbautomatisch, magisch, keine Ahnung, wie man das bezeichnen möchte, zu Dingen, wo ich dann arbeiten durfte, die sehr sinnstiftend waren. So bin ich in den Kulturbereich gekommen. Und das, was ich irgendwann mal dachte, das wäre doch cool, hat sich hier zu Hause, wo Bedarf tatsächlich stand, erfüllt.

Juliette Holtz: Es klang schon an, wie wichtig dann der Einbezug der Jugend in Zukunftsentscheidungen ist. Und gibt es noch gute Beispiele über das TELUX hinaus, oder würden Sie sagen, das TELUX ist der wichtigste Bezugspunkt?

Patrick Pirl: Es ging es erst einmal los, dass alle Träger der freien Jugendhilfe hier in der Stadt mit Kürzungen konfrontiert waren. Also Ende November wurde auf, ich glaube es war auf Antrag der AfD-Fraktion, auf jeden Fall einer Mehrheit von AfD-Fraktionen und zwei anderen Gruppierungen, die dort im Stadtrat sitzen, die Mittel für die Träger der freien Jugendhilfe, also alle Träger der freien Jugendhilfe und Wohlfahrtspflege hier in der Stadt rückwirkend um 30 Prozent gekürzt. Und das einen Monat vor Jahresende. Das war halt so ein erster Schuss vor den Bug und auch so ein bisschen vielleicht ein Zeichen, in welche Richtung das gehen wird künftig. Und ja, wir werden sehen, wo da die Reise hingeht, inwiefern die anderen Träger resilient sein werden oder ob auch der eine oder andere Träger, das eine oder andere Projekt, hier über die Klinge springen gelassen wird. Denn eins muss man natürlich auch feststellen: Die Stadt ist massiv geschrumpft und nicht umsonst sind halt andere Kulturorte über die Jahre weggebrochen. Wir reden von knapp 40.000 Einwohnern Ende der 80er und jetzt 15.000 Einwohnern. Damit ergeben sich auch andere Bedarfe und man muss am Ende auch gucken, wie sich eine Stadt mit relativ wenigen Mitteln oder geringer werdenden Mitteln Sachen leisten kann. Also in der Haut will ich auch gar nicht mal stecken, aber ich glaube oft wird diese Diskussion hier zwar nach außen hin auf einer monetär-finanziellen Ebene geführt, aber ich glaube, dass es doch häufig eher ideologisch geführte Diskussion ist, die jetzt nicht unbedingt mit der Sachlage nur argumentiert.

Juliette Holtz: Wie hat sich dann die Stimmung auch unter jungen Menschen in den letzten Jahren verändert? Also ist da eher Optimismus oder auch Frust, Aufbruchsstimmung?

Patrick Pirl: Ganz unterschiedlich, möchte ich sagen. Also wir hatten hier Projekte mit Jugendlichen, die im Rahmen ihrer letzten Schuljahre hier mit bei uns tätig waren, so 11., 12. Klasse, die schon mit den Füßen gescharrt haben, dass es rausgeht und sie woanders hinkönnen, was anderes sehen können. Jugendliche, die vielleicht, wenn man das so ein bisschen umreißen oder framen will, in der Zeit vielleicht schon ein bisschen reflektierter waren oder interessierter, was so politische Dinge angeht oder Weltansichten etc. Jugendliche, die hierbleiben, ich glaube, das ist dann tatsächlich eher diese pragmatische Sache. Die suchen sich hier einen Ausbildungsjob in einem Handwerkbetrieb oder bei der LEAG, wo es so gutes Geld gibt. Und dann arrangiert man sich. Ich hätte mir, glaube ich, grundsätzlich beim Thema Strukturwandel gewünscht, wo ich mir einfach eine buntere Zukunft hier für den Ort ausgemalt hätte, dass man hier auch diese Chance nutzt, wie so ein bisschen so ein Versuchslabor zu schaffen, dass man kleine Projekte unterstützt, dass man Leute darin unterstützt, die halt irgendeine Spinnerei haben und das ausprobieren wollen. Und man nicht immer gleich so an dieser, also klar ist dieses Thema Infrastruktur und große Arbeitgeber halt auch wichtig oder Infrastruktur, um große Arbeitgeber herzubringen, ist wichtig. Aber ich denke, dass es realistischerweise wahrscheinlich eher dazu kommen wird, dass die Region noch ein bisschen weiter schrumpfen wird, wenn es nicht gelingt, so einen Shift, was den Einsatz der Kohlegelder angeht und das attraktiv machen für den einen oder anderen Arbeitgeber hinbekommt. Denn ich glaube, diese Versuchslaborgeschichte, das ist zu utopisch. Da haben wir vielleicht eher die Chance, nochmal den einen oder anderen Arbeitgeber herzubringen, der nochmal zusätzlich dafür sorgt, dass es Zuzug oder Verbleibe gibt.

Juliette Holtz: Mit Patrick Pirl vom Soziokulturellen Zentrum TELUX habe ich darüber gesprochen, wie wichtig und identitätsstiftend diese Arbeit für die Menschen vor Ort ist, welche Unsicherheiten die Finanzierung aber auch mit sich bringt und warum er Orte wie Weißwasser als Versuchslabore für neue Ideen sieht. Um diese Perspektiven einzuordnen und den größeren Zusammenhang des Strukturwandels zu beleuchten, spreche ich im nächsten Teil mit der Sozialwissenschaftlerin Franziska Stölzel.

Franziska Stölzel: Mein Name ist Franziska Stölzel. Ich bin Sozialwissenschaftlerin hauptsächlich für sozialen Wandel und Transformationsprozesse und da besonders im Kohleausstieg. Und ich wohne in Weißwasser und ich bin da auch aufgewachsen in der Region. Und meine Omi hat sozusagen in Weißwasser meinen favorite place auf der ganzen Welt, nämlich ihren Garten. Und da war ich als Kind schon viel und das ist sozusagen meine Verbindung auch zu Heimat und Sicherheit und Freiheit und Kindheit.

Juliette Holtz: Was bedeutet der industrielle Wandel für die Stadt heute?

Franziska Stölzel: Der industrielle Wandel für Weißwasser bedeutet vor allem Veränderung, weil weder in der Kohleindustrie noch in der Glasproduktion, die in den letzten Jahren 30 Jahren geschrumpft und, sagen wir, auch eingegangen ist, kaum noch Arbeitsplätze und natürlich auch Selbstwirksamkeit entstanden, durch Arbeit und Produktion verfügbar ist. Und das hat natürlich viel mit den Menschen gemacht. Es macht immer viel mit Menschen, wenn Arbeit wegbricht und natürlich auch wenig für eine Arbeiterschaft, die sozialisiert ist über Arbeit und Identität. Wir arbeiten aber alle daran, das besser zu machen und Prozesse und Projekte neu zu definieren. Und das braucht alles seine Zeit. Deshalb werden wir nicht nur neue und auch nachhaltigere Perspektiven für konservative Wirtschaftszweige entwickeln, sondern auch persönliche Weiterentwicklung fördern und wenn es nur daran liegt, Geduld zu üben.

Juliette Holtz: Wir haben schon vorhin gehört, wie wichtig Jugendarbeit ist. Und was würdest du sagen aus deiner Forschung, welche Bedeutung haben solche soziokulturellen Angebote wie im SKZ TELUX stattfinden für die Stabilität einer Stadt wie Weißwasser, die sich am Wandel befindet?

Franziska Stölzel: Das Wichtige an diesen soziokulturellen Räumen ist, dass Menschen zusammenkommen, die auch gemeinschaftlich was schaffen. Diese Räume werden oft als Bubble bezeichnet, aber diese Gruppen haben ja auch eine spezielle Aufgabe, nämlich sich gegenseitig zu unterstützen, sich neue Ideen zu geben, Neues zu kreieren und dann eben auch innerhalb einer, viele nennen es ja links-grüne Ideologie, andere würden es demokratischen Prozess nennen, zusammenzustehen gegen vereinte Kräfte der Antidemokratie und der Feindseligkeit. Das merkt man gerade besonders, weil diese Orte ja auch extrem von Rechtspopulisten und nationalistischen Gedankenträgern angegriffen werden. Und das stärkt auf der einen Seite diese Räume natürlich noch mehr. Auf der anderen Seite ist es aber auch anstrengend für die Menschen, die sich immer wieder neu erfinden müssen, um ihre Legitimation zu bestätigen. Und soziokulturelle Räume haben in dieser jetzigen Zeit, wo es einfach eine extreme Polarisierung gibt, nochmal eine ganz andere Bedeutung, denn sie sind auch ein Schutzraum für Menschen demokratischen Handelns und sie haben auch einen bestimmten Auftrag, nämlich damit auch nach außen zu gehen und anderen diese Situation vor Augen zu führen, vor allem Kindern und Jugendlichen. Auf der einen Seite nämlich als Bildungsort und auf der anderen Seite auch als Ort der Selbstwirksamkeit, weil diese Zentren natürlich extrem basisdemokratisch sind, was auch manchmal ein bisschen viel Geduld braucht. Aber darum geht es ja, demokratische Prozesse auch auszuhalten und in erster Linie aber auch nach eigenen Ideen und Werten gefragt zu werden und diese da auch umzusetzen, vor allem für junge Menschen.

Juliette Holtz: Und dann geht es ja auch immer um Geldverteilung, und gerade auch die Finanzierung vom TELUX ist ja auch nur bis 2026 gesichert. Wie erlebst du die Spannung zwischen den finanziellen Ressourcen durch Gelder vom Bund, die reingegeben werden für den Strukturwandel, und den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort?

Franziska Stölzel: Diese Gelder vom Bund für den Strukturwandel bzw. einen geplanten Kohleausstieg sind von enormer Bedeutung, vor allem, weil sie zeigen, dass die Lausitz oder jegliche andere Kohleregion diesen Prozess nicht allein durcharbeiten muss und dass niemand hinten runterfallen soll. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass vor Ort die Verteilung sehr ungerecht und wenig nachhaltig organisiert wurde, weil die Kernregionen, wie man es schön bei uns in der Lausitz nennt, also die Region, die durch den Kohleausstieg am meisten verlieren werden, bisher noch die Region sind, die im Vergleich zu den anderen sehr wenig bekommen. Und darunter zählt auch Weißwasser, darunter zählt auch der, ich nenne es jetzt mal, soziokulturelle Bildungsauftrag. Also das Soziale, die Kultur, die Bildung, all diese drei Komponenten finden sehr wenig Anklang in diesen Geldern. Und das kann auf der einen Seite natürlich daran liegen, dass die Gelder hauptsächlich für Neues schaffen, aber auch für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen sind, die natürlich erst mal nichts oder wenig mit dieser soziokulturellen Bildung zu tun haben. Auf der anderen Seite aber natürlich auch die bei uns sogenannten weichen Standortfaktoren berücksichtigen soll. Und da haben wir in den letzten fünf Jahren tatsächlich extreme Fehler gemacht, die mehr oder weniger gerade bearbeitet werden. Das Problem ist auch, dass man ein bisschen an den Kommunen, die ja der Hauptantragsteller sind, innerhalb dieses Prozesses vorbeigearbeitet hat, weil unsere Kommunen nicht nur im Landkreis Görlitz oder Bautzen, sondern großflächig in ganz Deutschland haben eine extreme Unterfinanzierung. Wir haben Kommunen, die ihre Pflichtaufgaben schwer oder gar nicht finanzieren können und dadurch fällt natürlich alles runter, was zusätzlich finanziert werden sollte. Zum Beispiel fünf, zehn oder sogar weniger Prozent eines Eigenanteils für diese Kohleprojekte. Meistens geht das in die Millionen, meistens mehrstelliger Millionenbetrag. Und ein fünfprozentiger Anteil sind dann mehrere tausend Euro, die eine Kommune selbst nicht zur Verfügung hat. Und das ist natürlich extrem enttäuschend, sowohl für die Menschen vor Ort als auch für die, die sich vor sechs Jahren mal für diesen Kohlekompromiss entschieden und ausgesprochen haben. Und auf der anderen Seite ist es so, dass ein soziokulturelles Zentrum davon schon partizipiert hat und konnte. Dadurch, dass das soziokulturelle Zentrum allgemein devastiert werden soll von hauptsächlich Rechten und konservativen Kräften im Stadtrat, kann man nicht davon ausgehen, dass weitere Projekte wirklich umgesetzt werden können. Wenn der Hauptstandort kaputt gemacht wird, dann ist auch kein Platz, kein Raum, keine Ressource für weiteres. Und das ist nicht nur für die Menschen, die da wirklich arbeiten oder Hilfe suchen, ein Problem, sondern natürlich auch für die vielen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die in Weißwasser in jeglicher Hinsicht aktiv sind, nicht nur im soziokulturellen Zentrum. Wenn wir keine demokratische Grundsicherung in den Kommunen schaffen, die auch durch eine Finanzierung unterstützt wird, dann bringen auch die Kohlegelder nichts.

Juliette Holtz: Gibt es aber auch etwas, was andere Städte aus den Erfahrungen von Weißwasser lernen können?

Franziska Stölzel: Tatsächlich kommen ja sehr, sehr viele unterschiedliche Akteure aus egal wo: Korea, Japan, Australien. Kolumbien, Afrika, Amerika aus wirklich unterschiedlichsten verwaltungspolitischen oder Bildungslandschaften nach Weißwasser oder in die Lausitz und wollen wissen, wie macht ihr das? Oder wie habt ihr bestimmte Sachen auch gut geschafft? Und das ist immer wieder sehr interessant, weil irgendwas müssen wir ja richtig machen, wenn so viele Leute vorbeikommen und sagen, zeigt mal, wie ihr das macht. Und vieles davon fußt sich natürlich auf eine gemeinschaftliche Arbeit unterschiedlicher Akteure, unterschiedlicher Kommunalvertreter*innen, Ehrenamtler*innen, Wissenschaftler*innen, aktive Menschen und natürlich auch Menschen, die wirklich Lust haben, was zu machen. Wir können alle darüber reden, dass wir alles doof finden und uns dann nicht in den Prozess beteiligen. Das funktioniert nun mal nicht. Aber es sind wirklich vor Ort die Menschen, die rausgehen, auch Samstag morgens, obwohl sie frei haben oder mal einen Abend oder Nachmittag, wo sie den ganzen Tag gearbeitet haben, in der Gruppe sitzen und dann philosophieren und tatsächlich auch praktizieren, was ihre Ideen von einer lebenswerten Kommune ist. Und das sind tatsächlich am Ende die Menschen, die durch das, was sie selbst geschafft haben, auch sagen können, dass sie glücklich sind in der Region und dass sie sich selber verwirklicht haben und dass sie sich wohlfühlen und dass sie stolz darauf sind, was sie gemacht haben, was sie geleistet haben und dass sie auch sozusagen, back to the Bubble, eine Gemeinschaft gefunden haben, mit der sie eben Räume gestalten können. Und das ist, glaube ich, auch viel. Das macht eben auch viel aus für den Menschen an sich.

Juliette Holtz: Nochmal zurück zu den Medien vielleicht. Es wird ja immer viel, vielleicht nicht unbedingt negativ, aber doch so als Problem, Herausforderung berichtet. Also weniger die Chancen, sondern eher so die Risiken und die ganzen Baustellen. Wie ist da so deine Wahrnehmung?

Franziska Stölzel: Wenn wir Anfragen bekommen von den Medien, ist es meistens, um zu zeigen, wie wir in einer Region wie der Lausitz es schaffen zu überleben. Als wäre das sozusagen der letzte rechtsfreie Raum, den wir besetzen. Das ist natürlich auf der einen Seite so, aber auf der anderen Seite ist das nicht der Fall. Natürlich wird über den Osten schlecht berichtet und natürlich haben wir auch extreme, wirklich extreme Probleme, die wir nicht wegleugnen können und die da sind, aber wir sind eben auch ein Teil einer progressiven Zivilgesellschaft, einer progressiven und wirklich gestaltenden Gruppe, die sich in unterschiedlichsten Settings zusammensetzt und schaut, wie sie das Beste aus einer wirklich scheinbar ausweglosen Situation machen können. Das ist mir persönlich viel zu wenig im Diskurs. Wir haben natürlich sehr viele Personen in der Region, die polarisieren und damit auch nicht nur in Deutschland, sondern Europa oder weltweit Aufmerksamkeit erregen. Und deswegen fände ich es umso wichtiger, an Menschen wie unsere Akteure vom Soziokulturellen Zentrum, Menschen, die sich trauen, auf Demonstrationen vor Ort zu sprechen, denen vorher zum Boykott aufgerufen wurde, dass Menschen zusammenkommen, die sich wirklich positionieren gegen Rechtsextremismus, gegen Fremdenfeindlichkeit, für Demokratie, Partizipation und die Zivilgesellschaft. Es ist wirklich, wirklich schwer. Aber es ist möglich, auch dieses Narrativ vor Ort zu ändern. Und ich persönlich bin in unterschiedlichen medialen Projekten aktiv, um genau das zu tun. Das hat natürlich auch Nachteile, wenn man wieder sichtbar wird. Oder ich bin mir nicht zu schade, genau diese Sichtbarkeit auch für andere Menschen nutzbar zu machen. Und deswegen bin ich eben auch sehr gerne unterwegs in Radio, Fernsehen, eigenen Produktionen auf Social Media und was eben sonst noch so kommt. Selbstwirksamkeit. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen von sich selbst wissen, dass ihre Stimme zählt. Und dass sie auch selber was Positives verändern können. Für alle, nicht nur für sich selbst.

Juliette Holtz: Zum Ende möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Gesprächspartner*innen für ihre persönlichen Einblicke bedanken. Diese haben gezeigt, wie vielfältig und zugleich herausfordernd der Wandel hier vor Ort in Weißwasser erlebt wird. Nicht nur als Krise, sondern auch als Chance für neue Ideen.